29. Juni 2018

Vereinbarkeit von Kind und Beruf: Nutzen Sie die Chancen, die sich jetzt auftun!

Job und Familie zu vereinbaren, ist eine besonders große Herausforderung. Das wissen wir von job-kaffee.de aus eigener Erfahrung, denn, ja, wir sind ein kinderreiches Unternehmen. Seit einigen Jahren gilt der Spagat zwischen „Mama- oder Papa-sein“ und der beruflichen Karriere als unmöglich. Die Zeit etwa schrieb vor einigen Jahren in einem Artikel: „Dass sich Kinder und Karriere vereinbaren lassen, ist eine Lüge.“ und n-tv titelte „Beruf und Familie sind derzeit unvereinbar.“ Nun, wir denken, die Zeiten haben sich geändert. Aus unserer Sicht war die Chance, Beruf und Familie unter einen Hut zu bekommen, nie so gut wie heutzutage. Ihr solltet diese einzigartige Möglichkeit nutzen!

Es ist nicht lange her, da besuchte uns eine Dame von der Stadt wegen einer bürokratischen Angelegenheit (sic!). Als sie an den Büros unseres Startups vorüberging, sah sie den einjährigen Sohn unseres Programmierers Dario zwischen den Bürotischen spielen. Sie sagte: „Ach, das ist ja modern, dass Mitarbeiter ihre Kinder mit zur Arbeit bringen können.“ Ehrlich gesagt haben wir uns bis dahin nie groß Gedanken darüber gemacht. Für uns ist klar, dass jedes Mitglied unseres Teams Job und Familie irgendwie zusammen kriegen muss. Und das Kind für ein paar Stunden mit auf die Arbeit zu nehmen, gehört dann halt dazu.

Nun kommt noch ein wichtiger Faktor hinzu: Dario gehört einer überaus seltenen Spezies an, die vom Aussterben bedroht zu sein scheint. Er ist Informatiker. Und wir brauchen Programmierer. Weil: Wo kein Programmierer, da kein job-kaffee.de

Nun können wir uns als Startup keine Spitzengehälter leisten. Das, was wir anbieten können, ist eine gute Atmosphäre, eine Perspektive und Goodies, wie beispielsweise eben sein Kind mit zur Arbeit nehmen zu können.

Mit job-kaffee.de haben wir die Erfahrung gemacht, dass die Suche nach guten Mitarbeitern aktuell eine der größten Herausforderungen für Unternehmen ist. Gerade spezialisierte Arbeitskräfte wie Steuerfachangestellte, Immobilienkaufleute, Bürokaufleute, Handwerker etc. sind extrem schwer zu finden. Der Arbeitsmarkt stand seit Jahrzehnten nicht mehr unter einem solchen Druck wie derzeit. Nicht wenige sagen, dass es nie zuvor so schwierig war, Mitarbeiter zu finden.

Und hier kommt eine neue Art der Vereinbarung von Familie und Beruf ins Spiel: Wie wir in unserem vorherigen Blogartikel geschrieben haben, sind wir der Meinung, dass Arbeitgeber jetzt umdenken müssen. Sie müssen kreativ sein und überlegen, wie sie Menschen davon überzeugen können, in ihr Team einzutreten. Viele ermöglichen bereits die neue Vereinbarkeit von Familie und Job: Sie bieten Kinderbetreuung an, flexible Arbeitszeiten, Homeoffice und vieles mehr. Aber auch, die, die das nicht tun, sind darauf angewiesen, sich anzupassen. Hier kann der potenzielle Arbeitnehmer im Bewerbungsgespräch selbstbewusst auftreten und eine klare Forderung formulieren, die dann auch Eingang in den Arbeitsvertrag finden sollte.

Bewerbungstrainer oder -ratgeber gehen traditionell oft von der Warte aus, dass ein Bewerber sich möglichst arbeitgeberkonform verhalten sollte: Selbstbewusst auftreten ja, aber bitte nicht zu fordernd, bitte aufmerksame Körperhaltung einnehmen, leicht vornübergebeugt, angemessene Kleidung tragen, Interesse an der Unternehmensgeschichte heucheln und sich Notizen machen.

Alleine das alternativlose Wort „Bewerber“ suggeriert ein Kräfteverhältnis, das so nicht mehr gilt: Nicht mehr länger ist der Arbeitgeber am längeren Hebel und kann unter hunderten Bewerbern auswählen. Wer als Arbeitnehmer etwas „kann“, etwas anzubieten hat, wer gute Referenzen hat und einen Beleg für die Qualität seiner Arbeit, ist derjenige, der die Alternativen hat. Unternehmen bewerben sich heutzutage bei den Mitarbeitern, nicht andersherum. Provokant formuliert: Wer den Markt wirklich versteht, schreibt keine Bewerbungstipps für Arbeitnehmer, sondern für Arbeitgeber.

Und das bedeutet: Es können Forderungen gestellt werden.

Arbeitgeber, denen die Zukunftsfähigkeit ihres Betriebes am Herzen liegt, werden sich Gedanken darüber machen, wie sie noch attraktiver für potenzielle Mitarbeiter werden. Sie werden zuhören und offen für neue Ideen sein. Und aus unserer eigenen Erfahrung können wir sagen: Kinder im Betrieb zu haben, ist gut für das Klima und macht den job-kaffee.de noch schmackhafter. ?

Quellen:

  1. ww.zeit.de, Marc Brost und Heinrich Wefing, „Geht alles gar nicht“, 30.01.2014, zuletzt abgerufen am 15.06.2018 https://www.zeit.de/2014/06/vereinbarkeit-vaeter-kinder-karriere-luege
  2. www.n-tv.de, Solveig Bach 29. September 2014, zuletzt abgerufen am 15.06.2018 https://www.n-tv.de/panorama/Beruf-und-Familie-sind-derzeit-unvereinbar-article13673101.html

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