27. August 2018

Arbeitest du noch oder lebst du schon? Glücklich werden auch ohne Traumjob

„Wähle einen Beruf, den du liebst und du brauchst keinen Tag in deinem Leben mehr zu arbeiten.“ So sagte einst Konfuzius. Doch wie viel Wahrheit steckt in diesem Spruch?

Wer kennt das nicht? Das tägliche Gejammer vom Partner, den Freunden oder vielleicht sogar direkt von Arbeitskollegen. Objekt des Ärgernisses: Der Arbeitsplatz. Laut einer Umfrage der FAZ sind knapp zwei Drittel der berufstätigen Deutschen mit ihrem Job nicht zufrieden (Stand 2017). Diesen Menschen erscheint der monatliche Lohn eher wie Schmerzensgeld für die tägliche Büropassion. Was wie eine Lappalie klingt, kann ernsthafte Konsequenzen nach sich ziehen: Wer penetrant unglücklich mit seiner Arbeit ist, läuft Gefahr, schwerwiegende Krankheiten zu erleiden – Stichwort Burnout. In diesem Fall sollte die Berufssituation hinterfragt und ggf. geändert werden.

Zufriedenheit auch ohne Traumjob

Dabei braucht es nicht immer den top-bezahlten Traumjob, um glücklich am Arbeitsplatz zu werden. Viele Menschen arbeiten nicht in dem Beruf, den sie sich gewünscht haben. Trotzdem kommen sie im Arbeitsalltag hervorragend zurecht. Woran das liegt? Die Antwort ist einfach: Zufriedenheit ist der Schlüssel. Häufig ist der ständige Leistungsdruck ein Grund dafür, dass die Arbeit für puren Stress sorgt und sich daher keine positiven Gefühle mit der Arbeit verknüpfen lassen. Doch sollten Arbeitnehmer ehrlich mit sich sein: Wer ist es, der diesen Stress bereitet? Ist es der Chef? Sind es die Kollegen? Oder liegen die Ursachen für den Stress in einem selber?

Wenn Sie unglücklich an Ihrem Arbeitsplatz sind, sollten Sie sich zunächst folgende Fragen stellen: Stellen Sie unrealistisch hohe Anforderungen an sich selber oder haben Sie eine negative, ablehnende Grundhaltung? Könnte Letzteres in Verbindung zu Ihrem Lebensstil stehen? Schlafmangel, schlechte Ernährung, zu wenig Bewegung oder soziale Kontakte?

In diesem Fall hilft es häufig, sich kleinere Ziele zu setzen und in eine positive Grundhaltung zu bringen. Ein Lächeln am Morgen nach Betreten des Büros – auch wenn es zunächst erzwungen ist – kann da Wunder wirken. Denn wir Menschen sind so programmiert, dass wir als Reflex ein Lächeln spiegeln, wenn es uns zu Teil wird. Was passiert also, wenn Sie Ihre Kollegen morgens anlächeln? Genau: Sie werden zurück angelächelt – und dann macht die gemeinsame Zeit mit Kollegen gleich doppelt viel Spaß.

Beruf und Privatleben trennen

Ein weiterer Tipp: Verzichten Sie darauf, bei der Arbeit stark auf die emotionale Ebene zu gehen. Damit ist gemeint, dass Sie sich die Ereignisse auf der Arbeit nicht zu sehr zu Herzen nehmen sollten: Das betrifft sowohl Erfolge als auch Misserfolge. Machen Sie die Firma nicht zur Priorität im Leben.

Verändern Sie Ihren Arbeitsplatz regelmäßig

Sorgen Sie für neue Impulse und Inspirationen! Verändern Sie Ihren Arbeitsplatz regelmäßig: Hängen Sie Urlaubsfotos auf, holen Sie sich eine schöne neue Kaffeetasse mit einem Motiv, das Sie begeistert. Gehen Sie auf Fortbildungen oder Seminare, lernen Sie eine andere Abteilung im Haus kennen – sorgen Sie für einen Büro-Tapetenwechsel! Das wird Sie nicht nur zufriedener machen, sondern auch erfolgreicher im Job. Und das wiederum führt zu mehr Zufriedenheit.

Menscheln Sie – aber lästern Sie nie über Kollegen!

Kommen Sie auf dem Arbeitsplatz in Austausch mit Kollegen. Suchen Sie sich Gleichgesinnte und versuchen Sie, ein eigenes Projekt zu stemmen, für das Sie Ihren Chef begeistern. Das Gefühl, etwas „eigenes“ auf die Beine zu stellen und dafür auch noch Respekt zu ernten, ist ein echter Glücklichmacher. Aber die goldene Faustregel lautet: Versuchen Sie zu vermeiden, über Kollegen zu lästern. Ziehen Sie sich zurück, wenn die Stimmung negativ wird und schweigen Sie, wenn es persönlich wird. Sie brauchen keine negativen Schwingungen am Arbeitsplatz.

Wenn nichts mehr geht…

Wenn Sie merken, dass Sie auf der Arbeit trotzdem nicht glücklich werden, ist in letzter Konsequenz die Reißleine zu ziehen und den Job zu wechseln – auch wenn das ggf. finanzielle Einschnitte bedeutet. Wir Menschen verbringen einen hohen Prozentsatz unserer Lebenszeit am Arbeitsplatz. Dort glücklich zu sein, ist existenziell für unser Wohlbefinden auch im privaten Bereich. Suchen Sie sich Ihren Arbeitsplatz wie Ihren Ehepartner aus: Er sollte zu ihnen passen, sie begeistern und Sie sollten auch noch nach Jahren das gewisse Funkeln in den Augen haben, wenn Sie über ihn sprechen.

Quellen:

  1. http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/beruf/studie-zeigt-zwei-drittel-aller-beschaeftigten-sind-unzufrieden-14921533.html
  2. https://www.zeit.de/2014/52/beruf-arbeit-berufung-sinn
  3. https://www.gedankenpower.com/es-reicht-ich-kuendige-17-todsichere-signale-dass-du-im-falschen-job-sitzt/
  4. https://www.absolventa.de/karriereguide/berufseinsteiger-wissen/zitate
  5. https://www.heise.de/resale/artikel/5-wichtige-Regeln-fuer-mehr-Zufriedenheit-im-Job-1926358.html

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